Computermuseum crossmedial

Der NDR-Klein-Computer, ein Selbstbauprojekt aus den frühen 1980er Jahren, wird 30. Das Computermuseum der Fachhochschule Kiel feiert dieses Ereignis mit einem Vortrag am 29.12.13. Grund genug für Matthias Maier, Halkert Sach und Kiro Mohrfeldt, sich crossmedial mit der Geschichte der Computer auseinanderzusetzen.

Einblicke in die Zukunft aus der Vergangenheit, das Computermuseum in Kiel

Maschinen aus der Zukunft der Vergangenheit.

Computer sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Doch wie kam es zu dieser Entwicklung? Einen Überblick über die Entwicklung des Computers von der Rechenmaschine bis zum ersten Heimcomputer finden Sie hier.

Die Rechenmaschine als Vorlage für den Computer.

Die Geschichte des Computers beginnt im 17. Jahrhundert mit der Erfindung der Rechenmaschine. Diese wurde von Wilhelm Schickard und Blaise Pascal unabhängig voneinander erforscht. Es handelte sich um mechanische Maschinen, die stetig weiterentwickelt wurden. So machte sich Wilhelm Leibnitz erste Gedanken zu einer binären Rechenmaschine und verfasste erste Skripte.

Diese wurden 300 Jahre später von Ludolf von Mackensen vom lateinischen ins deutsche übersetzt und durch eine erste Bauskizze ergänzt. Diese Skizze wurde durch das Deutsche Museum in München realisiert. Das Ergebnis, die sogenannte „Machina Arithmetica" funktionierte schon nach dem gleichen Prinzip wie die heutigen Computer.

Als die Lettern laufen lernten.

Die Mechanisierung von Büroarbeit in den USA und Europa führte zur raschen Weiterentwicklung von Rechenmaschinen. In der Schreib- und Rechenmaschinen Industrie entwickelten sich schon erste Firmen, wie beispielsweise Commodore, welche später die Heimcomputer Entwicklung vorantreiben sollte.

Diese Rechenmaschinen waren jedoch noch keine vollständigen Computer. Sie konnten zwar komplexe Rechenaufgaben Lösen, diese jedoch noch nicht speichern.

Von Lochkarten und Lochstreifen.

Der Ingenieur Herman Hollerith gilt heute als Erfinder des 1. Speichermediums. Es gelang ihm 1889 erstmals Daten auf einem Papierstreifen, einer sogenannten Lochkarte zu speichern. Nach dieser Methode wurden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Daten gespeichert. Diese Art der Datenspeicherung hatte einen großen Nachteil. Es war zwar möglich Daten zu speichern, jedoch nicht sie nachträglich zu ändern. Auch die Lagerung größerer Datenmengen gestaltete sich

Konrad Zuse und die Z3

So stellte Konrad Zuse, welcher früher bereits Rechenmaschinen entwickelt hatte, 1941 die Z3 vor. Seine Erfindung wird heute als der erste Computer der Welt bezeichnet. Er besaß bereits eine Zentralrecheneinheit und einen Speicher.

Diese neue Erfindung, wie auch seine Nachfolger Mark und Eniac, hatten einen großen Nachteil. Aufgrund der rein mechanisch-magnetischen Bauteile waren diese Rechenmaschinen sehr groß und konnten nur in sehr großen Büros oder Lagerhallen genutzt werden.

Der Siliziumchip und die Miniatisierung des Computers

In den 70 Jahren stellte die Firma Intel eine Erfindung vor, welche die Miniatisierung der Computer vorantrieb. Diese Erfindung, heute bekannt als Mikrochip, ermöglichte es größere Relaisschaltungen platzsparend auf einem Stück Silizium unterzubringen.

Dies führte zu einer rasanten Entwicklung der Heim- und Kleincomputer. So entwickelte der Zahnarzt Ed-Roberts den ersten Heimcomputer Bausatz für den amerikanischen Markt. Mit diesem Bausatz konnte sich nun jeder für 397 Dollar einen Heimcomputer bauen.

Erste Kleincomputer in Deutschland

In Deutschland wurde 1984 ein ähnlicher Computer vorgestellt. Der NDR-Klein-Computer. Der Name ist eine Anspielung auf die Größe und auf den Namen des Entwicklers Rolf-Dieter-Klein. Diese Computer konnten analog zu einer Fernsehserie selbst angefertigt und nach eigenen Wünschen gestaltet werden.

Wenn Sie mehr über den NDR-Kleincomputer erfahren wollten, am 29.12.2013 findet im Computermuseum Kiel ein Vortrag statt.

Einen Überblick über verschiedene Heimcomputermodelle bis zum Jahre 2000 finden Sie in unserer Bilderstrecke.

Die Evolution der Kleincomputer

Teletype ASR-33 (1963)

Vorgänger der Kleincomputer waren die Terminals. Terminals sind Ein- und Ausgabegeräte für Großcomputer

Commodore PET 2001 (1977)  

Commodore entwickelte sich von der Herstellung von Schreib- und Rechenmaschinen zum Computerhersteller. Eines der ersten Modelle war der PET 2001.

Sharp MZ-80K (1978)  

Erster japanischer Heimcomputer auf dem deutschen Markt. Inklusive der Programmiersprache BASIC.

Comnmodore C64 (1982)  

Der wohl bekannteste Computer aus dem Hause Commodore. Mit einer Auflösung von 320 x 200 Pixeln für Spiele und Grafik geeignet.

Commodore 8296 (1984)  

Fortschrittlichster Bürocomputer aus dem Hause Commodore. Der Bildschirm ist in der Lage, 25 Zeilen mit jeweils 80Zeichen darzustellen.

Apple IIe (1983)  

Nachfolger des Apple I. Erster echter 8-bit-Computer aus dem Hause Apple. Mit einem 6502-Prozessor und Arbeitsspeicher von 64 Kilobyte bis 1 Megabyte.

Apple Macintosh (1984)  

Sehr populär durch seine grafische Oberfläche. Eine weitere Neuerung ist die bequeme Eingabe per Maus.

NDR-Klein-Computer (1984)  

Anspielung auf die Größe des Computers und den Namen seines Erfinders Rolf-Dieter Klein.

IBM Personal System/2 (1987)  

IBM versucht, mit diesem Computer ihre neue Mikrokanal-Architektur zu etablieren.

Amiga 500 (1987)  

Der Nachfolger des C64 mit dem Motorola 68000 Prozessor und 512 Kilobyte Arbeitsspeicher.

Amiga 3000 Workstation (1990)  

Mit einem 32-bit-Mikroprozessor von Motorola und wahlweise 16- oder 25-Mhz-Zusatzchips ist der Amiga 3000 der letzte Computer von Commodore.